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Cyber-Mobbing – Eine neue Gewaltart unter Jugendlichen?

Dez 11 2011

Was ist eigentlich Cyber-Mobbing?

Mobbing bzw. Bullying bezeichnet eine absichtliche Schädigung anderer Schüler, die wiederholt und über einen längeren Zeitraum innerhalb einer Beziehung ausgeübt wird, die ein Machtungleichgewicht aufweist.

Dazu gehören:

  •  • Schikanieren
  •  • Hänseln
  •  • Beschimpfen
  •  • Treten
  •  • Schlagen
  •  • Erpressen
  •  • Ausgrenzen
  •  • sexuelles Belästigen

Übertragen auf das Internet → Cyber-Mobbing bzw. –bullying:

Cyber-Mobbing (oder auch Cyber-Bullying oder E-Mobbing) meint das Mobben durch moderne Kommunikationsmittel wie z.B. Internet (Emails, Instant Messanger, Videos und soziale Netzwerke) oder Handy (durch Sms oder lästige Anrufe). Meist geschieht dies über einen längeren Zeitraum und der Täter bleibt dabei anonym.
Meistens ist dem Opfer der Täter jedoch in der „realen“ Welt auch bekannt, denn die Attacken gehen meistens von Personen aus dem näheren Umfeld aus.

Lästereien unter Jugendlichen gibt’s natürlich schon immer, doch durch das Internet entwickelte sich ein neues, gefährliches Phänomen: Cybermobbing! Im virtuellen Netz ist man anonym, versteckt sich hinter Pseudonymen. Dadurch fällt die natürliche Hemmschwelle, die man normalerweise hat, wenn man sein Gegenüber beleidigt, beschimpft, verleumdet oder bedroht.

Fatal ist beim Cybermobbing auch, dass eine Mobbing-Attacke im Internet nicht kontrollierbar ist. So können sich Personen daran beteiligen, die das Opfer nicht einmal kennen und daraus entwickelt sich dann oft eine Kettenreaktion, die sich immer weiter aufschaukelt. Zum Beispiel wie bei diesem Fall, der bundesweit Schlagzeilen machte…

Erinnerst du dich noch daran, wie im Herbst 2010 ein Video im Netz kursierte, in dem ein Mädchen kleine Hundewelpen ertränkt? Die mutmaßliche Tierquälerin aus Bayern erhielt auf Facebook daraufhin Morddrohungen à la „Ich werde dieses Mädchen töten. Sie ist verrückt“ oder „Ich finde sie – und werde sie leiden lassen – und sie in einem Fluss ertränken.“ Wie sich später rausstellte, stand die Schülerin zu Unrecht am Pranger: Ein Nutzer hat ihre Kontaktdaten einfach unter ein fremdes Video gepostet! Dem Mädchen nützte das nicht viel: Die 18-Jährige traute sich nicht mehr vor die Tür und floh sogar ins Ausland!

Du siehst: Opfer von Cybermobbing kann jeder werden. Je mehr man über sich selbst im Internet preisgibt, desto angreifbarer wird man. Nicht selten werden dabei Daten missbraucht und Bilder manipuliert. Obwohl das Internet kein rechtsfreier Raum ist, denken viele: „Hier kann ich machen, was ich will!“

Es gibt verschiedene Typen von Online – Tätern…

Vergeltung übender Engel: Jugendliche, die Mobbing-Opfer sind oder einen Freund haben, der gemobbt wurde, wollen sich revanchieren und mobben den Täter wiederum im Internet.

Die Machtsüchtigen: Jugendliche, die im Internet mobben, und Kontrolle über andere haben möchten; ähnlich wie beim normalen Mobbing.

Rache der Streber: Jugendliche, die in der Schule als Streber gelten und kaum Respekt erhalten, wollen sich durch Cyber-Mobbing rächen.

Gemeine Mädchen/Jungen: Jugendliche, die aus Langeweile andere mobben.

Die Unabsichtigen: Jugendliche, die mobben ohne zu merken, dass es wirklich Mobbing ist

Die „Zuschauer“

Die Rolle des „Zuschauers“ beim Cyber-Mobbing ist schwer zu beurteilen, denn das Opfer weiß meistens gar nicht Bescheid, wer oder wie viele über den Vorfall informiert sind.
„Zuschauer“, die dem Opfer helfen oder jemand anders von dem Vorfall erzählen, sind von wichtiger Bedeutung, denn meistens finden die Mobbingfälle im Internet statt, wo keine Erwachsene „anwesend“ sind.

Welche Rolle der „Zuschauer“ spielt, hängt davon ab in welchem Medium der Vorfall stattfindet.

Chat-Mobbing: Der „Zuschauer“ kann die Nachrichten mitlesen und die Informationen weiterreichen.

Video: Wenn ein Video online gestellt wird, kann man selbst entscheiden, ob man es sich ansehen möchte oder nicht, wobei es hier schwieriger ist, dem Opfer zu helfen.

Es wurde festgestellt, dass
30 % der Zuschauer unterstützen die Täter und nicht die Opfer!
Je länger das Mobbing im Internet anhält, desto mehr Leute schauen sich die Einträge, Videos etc. an

Was sagt das Gesetz? §

Zur Zeit wird Mobben im Internet gesetzlich noch nicht direkt bestraft. Jedoch bieten verschiedene Cyber-Mobbing-Vorfälle die Möglichkeit, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen.

Eine wichtige Frage ist dabei zunächst, ob das Mobbing öffentlich oder geschlossen stattfindet.

Öffentlich:

•    Bei Veröffentlichung von Bildern oder Videos ohne deine Zustimmung, wird das Persönlichkeitsrecht, oder auch das „Recht am eigenen Bild“ genannt, verletzt.
•     Wenn in Foren, Sozialen Netzwerken oder Blogs Gerüchte über dich verbreitet werden oder du beleidigt wirst, ist es möglich Unterlassungsanspruch zu fordern oder Strafanzeige zu erstatten.

Geschlossen:

•    Bei Beleidigungen oder Belästigungen per E-Mail, Instant Messenger oder SMS, tritt das Anti-Stalking Gesetz ein.

Allgemein lässt sich sagen, dass Drohungen, Erpressungen oder Nötigungen, egal durch welches Medium, sind Straftaten. Ob öffentlich oder geschlossen, spielt dabei keine Rolle. Bei Problemen ist an erster Stelle die Polizei der richtige Anlaufspartner.

So wehrst du dich gegen Cyber-Mobbing

Bleib ruhig!Lass dich nicht von Selbstzweifeln beherrschen. Du bist okay, so wie du bist.

  Sperre die, die dich belästigen! Die meisten Websites und Online-Anbieter geben dir die Möglichkeit, bestimmte Personen zu sperren. Blockierte Nutzer können dann nicht mehr auf dein Profil zugreifen und dir auch keine Nachrichten schicken Wenn du mit Anrufen oder SMS belästigt wirst, kannst du auch deine Handynummer ändern lassen.

   Antworte nicht! Reagiere nicht auf Nachrichten, die dich belästigen oder ärgern. Wenn du zurückschreibst, wird das Mobbing wahrscheinlich nur noch schlimmer.

   Sichere Beweise! Kopiere und speichere unangenehme Nachrichten, Bilder oder Online-Gespräche. Das wird dir helfen, anderen zu zeigen, was passiert ist.

  Rede darüber! Wenn du Probleme hast, wende dich an Erwachsene, denen du vertraust, z.B. an deine Eltern, einen Lehrer oder einen Jugendbetreuer. Auf www.kinderundjugendtelefon.de findest du Email-Adressen und Telefonnummern, die dir weiterhelfen können.

   Melde Probleme! Nimm Belästigungen nicht einfach hin, sondern informiere umgehend die Betreiber der Website. Vorfälle, die illegal sein könnten, solltest du schnellst möglich der Polizei melden.

   Unterstütze Opfer! Wenn du mitbekommst, dass jemand anderer per Handy, Internet oder SMS belästigt wird, dann schau nicht weg, sondern hilf dem Opfer und melde den Vorfall. Wenn der Täter merkt, dass das Opfer nicht alleine dar steht, hören die Beleidigungen oft schnell auf.

   Schütze deine Privatsphäre! Sei vorsichtig, welche Angaben du im Internet machst. Deine persönlichen Daten (E-Mail-Adresse, Wohnadresse, Handynummer oder private Fotos) können auch von „Cyber-Bullys“ gegen dich verwendet werden. Achte insbesondere darauf, deine Zugangsdaten geheim zu halten und ein sicheres Passwort zu verwenden.

   Kenne deine Rechte! Wenn du es nicht erlaubst, darf niemand Fotos von dir ins Internet stellen, die dir peinlich sein könnten. Außerdem darf dich niemand vor anderen blamieren oder beleidigen. Wenn Cyber-Mobbing besonders ernst ist, kann dies für den Täter rechtliche Konsequenzen haben.

Du suchst weitere Tipps zum Thema „Cyber-Mobbing“ im Internet?

Wir haben hier einige Adressen zusammengestellt, auf denen du dich informieren kannst. Schau doch einfach mal rein.

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  • Informationen zum Thema Cyber-Mobbing, Datenschutz uvm.

          www.klicksafe.de

  • Tipps für Eltern, Jugendliche und Lehrer

          www.saferinternet.at

  • Informationen rund um das Thema Mobbing & Ideensammlung zur Bekämpfung

          www.mobbing.seitenstark.de

  • Informationensammlung über Mobbing und Cyber-Mobbing

          www.jugendinfo.de

  • Jugendliche beraten Jugendliche über Foren und E-Mail

          www.juuuport.de

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