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Sport und Glücksspiel – eine natürliche Symbiose?

Jul 01 2013

Der Mensch ist, so hat es den Anschein, von Natur aus für irgendeine Art Sport zu begeistern. In unseren Breitengraden ist dies meist Fußball, wobei in Amerika eher Basketball oder American Football auf dem Plan stehen. Da wo es Fans gibt, dort gibt es auch Wetten, und das vermutlich schon seit Menschengedenken. Leute, die gerne wetten, haben noch mehr Spaß beim Zuschauen und Mitfiebern. Hier das ganze Ausmaß der “Vereinigung”, wir haben ein paar Zahlen und Fakten zusammengesucht.

Wer mischt mit?

Ganz generell kann man sagen: jeder träumt vom schnellen Geld durch einen Gewinn, sei einmal dahingestellt wie wahrscheinlich dieser wohl eintreffen mag. So finden sich vor allem im Sport, da es dort Gang und Gäbe ist auch Geld auf den Erfolg der eigenen Lieblingsmannschaft zu setzen, zahlreiche Glücksspiel-Angebote zum Wetten wie Betklick, Unibet usw., sowie auch Gamblinganbieter, wie der Online-Pokerriese Pokerstars, die Sponsoring betreiben. Sponsoring von Wett- und Gamblinganbietern dient, wie sollte es auch anders sein, dem Werben von Neukunden. So finden sich auch auf den Trikots der (meist) Fußballmannschaften die Logos der einschlägigen Anbieter wieder.
Auch die Sportler selbst sind nicht abgeneigt, sich auf diese umsatzstarken Märkte einzulassen und entweder Geld nebenher zu verdienen oder nach beendeter Sportkarriere gleich ganz umzusatteln. Mittlerweile berühmte Beispiele sind unter anderem Boris Becker, der “pensionierte” Tennisstar, Rafael Nadal (immer noch im Tennis erfolgreich) oder Ex-Fußballstar Ronaldo Luís Nazário de Lima, kurz “Ronaldo”, die allesamt bei Pokerstars unter Sponsorenvertrag stehen und dafür an den großen Pokerturnieren der Welt teilnehmen. Ob diese wirklich die Pokerregeln anwenden können sodass sie größere Erfolge erzielen ist sicher nicht primär, schließlich hat man bisher noch nicht davon gehört, dass eines der Gesichter ein großes Turnier gewonnen hätte.

Sportwetten in Deutschland

In Deutschland haben Sportwettanbieter nach neuesten Angaben von Presseportalen atemberaubende 3,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Wir sprechen vom Zeitraum von einem Jahr. Jedoch gibt es auch Leute, die dem widersprechen und die Zahl auf geschätzte 200 Millionen, die tatsächlich um einiges wahrscheinlicher wären, korrigiert haben. Natürlich kann man nur die Anbieter erfassen, die auch für Deutschland lizenziert sind und die 5 Prozent Sportwettensteuer zahlen. Der Graubereich von nicht konzessionierten Anbietern irgendwo im Ausland ist natürlich nicht messbar.
Zu sagen bleibt noch, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag am 1. Juli letzten Jahres in Kraft getreten ist, der die Märkte für andere statt nur staatliche Anbieter öffnen und damit verhindern sollte, dass erheblich weniger Geld am Fiskus vorbeifließt. Anfänglich war geplant, lediglich 20 Anbietern eine Lizenz zu erteilen.
Schleswig-Holstein ist erst seinen eigenen Weg mit eigenen Regelungen gegangen, sich aber auch schnell dazu entschlossen, den Regelungen der anderen 15 Bundesländer zu folgen.
Wer jetzt meint es gebe schon eine eindeutige Liste, welche Anbieter nun eigentlich eine Konzession erhalten haben, der muss enttäuscht werden. Die Entscheidung steht immernoch aus und angeblich sei auch nicht vor August 2013

Schlusswort

Trotz der Wettskandale in den letzten Jahren ist Glücksspiel, das Wetten und Gambling mit einschließt, ungebrochen beliebt, vor allem was die Sportwelt und die dazugehörigen Wetten angeht. Der Staat tut sich aufgrund der Verzögerungen bei der Lizenzvergabe immernoch schwer damit, den Markt zu öffnen, obwohl von der EU gefordert. Von der EU wurde auch Ende 2010 unser altes Glücksspielmonopol gekippt, da nicht rechtskonform und unlogisch. Der Staat argumentierte und argumentiert immernoch mit den möglichen Gefahren einer Spielsucht. Ganz ehrlich ist es doch wohl egal, ob man mit staatlichen Angeboten spielt oder bei anderen Anbietern, was das Ganze recht scheinheilig macht.
Wir dürfen gespannt sein, was sich da noch alles ergibt und ob im August tatsächlich etwas tut.

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